GrundsĂ€tzlich kann jeder und jede Sprecher:in werden. Oftmals spricht man von schönen, angenehmen oder markanten Stimmen. Oder dann eben vom Gegenteil. Klar ist, dass nicht jede Stimme zu jedem Projekt passt. Nicht jeder Synchronsprecher ist fĂŒr jede Rolle geeignet. Und doch hat jede Stimme und jede Sprecherin/jeder Sprecher seine Berechtigung.
Viele Sprecherinnen und Sprecher arbeiten erst als Schauspieler:in, SÀnger:in oder in Àhnlichen Berufsfeldern. Sie bringen bereits viel Erfahrung mit und wissen ihre Stimme zu trainieren und einzusetzen. Der Schritt ins Tonstudio ist dann nicht mehr allzu gross.
FĂŒr Quereinsteiger:innen gibt es LehrgĂ€nge, Kurse und Einzelcoachings, um das Handwerk des Sprechers zu erlernen.
Die Ausbildung zum professionellen Sprecher beinhaltet technische Aspekte: Atemtechniken, die Arbeit mit Timecodes beim Synchronsprechen oder wie man die verschiedenen körperlichen Anstrengungen hinter dem Mikrofon sitzend interpretiert. Es gibt aber auch sehr viele weiche Faktoren, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Zum Beispiel, wie man sich im Tonstudio sehr schnell in verschiedene Emotionen und Rollen hineinversetzen kann.
Aber wie in vielen Berufen ist es auch beim Sprechen so: Wissen und Können braucht Erfahrung. Mit jedem Film, jeder Aufnahme, jedem Hörspiel wird man besser und sicherer.
Wie kann ich Synchronsprecher*in werden? Was muss ich als Hörbuch-Sprecher*in lernen? Was mĂŒssen professionelle Sprecherinnen und Sprecher können? Diese Fragen werden immer wieder gestellt. Klar ist, fĂŒr Synchronsprecher, Voiceover, E-Learning-Sprecher oder Sprecher von HörbĂŒchern gibt es keine unterschiedlichen Ausbildungen.
In der Schweiz gibt es aktuell nicht viele Ausbildungen, die sich auf das professionelle Sprechen spezialisiert haben. Die wohl bekannteste ist die Speech Academy im “The Valley” Kemptthal. Vormals war die Speech Academy noch in Winterthur zu Hause.
Bei der Ausbildung zum professionellen Sprecher kann man sich in verschiedenen Disziplinen ausbilden lassen; als Synchronsprecher, Moderator, Hörbuchsprecher oder Off-Sprecher.
Die Ausbildung ist so aufgebaut, dass sie individuell auf die Auszubildenden eingeht. Dabei kann jede:r selbst entscheiden, ob an Schweizer Dialekten, perfektem Hochdeutsch oder anderen Themen gearbeitet wird.
Die Dozentinnen und Dozenten an der Speech Academy sind professionelle Sprecher und Sprecherinnen, bringen Erfahrung im Moderieren und im Schauspiel mit. Dazu kommt die unglaublich grosse Erfahrung in der Schweizer Sprecherszene, die natĂŒrlich anders funktioniert als in Deutschland und Ăsterreich.
Nach abgeschlossener Ausbildung lohnt es sich, seine Bewerbung bei Agenturen und Tonstudios zu platzieren. Wenig Sprecher-Jobs werden direkt zwischen Kunde und Sprecher*in vergeben. Viel mehr beauftragen Endkunden ein Studio. Bekannt in der Schweiz ist beispielsweise “Die Schweizer Sprecher Agentur â echt stimmig“. Sie fĂŒhren in ihrem Portfolio viele schweizerische Voice Talents und arbeiten als Sprecheragentur im Auftrag von SRF und anderen namhaften Unternehmen. Ihre Sprecher*innen sprechen fĂŒr Film, Fernsehen, Radio, Synchron, Werbung und andere Produktionen.
Ich bin Schweizer Native Speaker – meine Muttersprache ist Berndeutsch. Beim Sprechen fĂŒhle ich mich am wohlsten, wenn ich mit meiner Stimme spielen kann. Das funktioniert besonders gut in den Schweizer Dialekten (allen voran Berndeutsch). Echt und authentisch bin ich auch als Synchronsprecher, in Radiowerbungen oder HörbĂŒchern auf Schweizerdeutsch oder Hochdeutsch. Klar ist aber, dass man in meiner Stimme immer den schweizerischen Einschlag hört. Wenn du also ein schweizerdeutsches oder schweizerisches Zielpublikum hast, ist ein Schweizer Muttersprachler mit entsprechender Stimme am besten geeignet. Ansonsten wĂ€hlst du besser einen hochdeutschen Sprecher, wenn das Deutsch und die Aussprache einwandfrei sein sollen. Die perfekte Stimme fĂŒr dein Projekt sollte möglichst echt und authentisch sein.