Ein Hörbuch ist eine Audioversion eines Buches. Dabei liest eine Sprecherin oder ein Sprecher die Geschichte professionell vor. In den meisten Fällen gibt es bei Hörbüchern nur einen Sprecher. Stimmen und Charaktere werden von den Hörbuchsprechern unterschiedlich dargestellt. Geräusche und Musik sind im Hörbuch eher selten. Die Stimme ist beim Hörbuch sehr entscheidend, wird aber auch subjektiv wahrgenommen. Die „schöne Stimme“ oder die „gute Stimme“ gibt es nicht. Damit ist auch die Frage nach „guten Hörbuchsprechern“ obsolet. Vieles läuft über Sympathie und Interesse bei den Hörerinnen und Hörern.
Das Hörspiel hingegen wird von mehreren professionellen Sprecherinnen und Sprechern im Studio eingesprochen. Dabei ähnelt die Aufnahme im Tonstudio eher der Arbeit von Schauspielern. Das Schauspiel wird durch Musik, Geräusche und Soundeffekte ergänzt. Nach dem Sprechen fallen also noch einige Arbeiten in der Postproduktion an. Im Gegensatz zum Hörbuch machen viele verschiedene Stimmen und Dialekte durchaus Sinn, da sie für mehr Abwechslung sorgen und die Figuren detaillierter charakterisieren.
Nach der Produktion von Hörbuch und Hörspiel, wird das Ergebnis als Tonträger – heute meist eher als Download (MP3 oder ähnliche Formate) – zum Verkauf angeboten.
Der Produktion von Hörbüchern sind kaum Grenzen gesetzt. Wo es ein interessiertes Zielpublikum gibt, wird es früher oder später auch ein Hörbuch geben. Egal ob Sachbuch, Krimi, Roman oder Dokumentation. Der Autor bzw. der Verlag sucht dann den passenden Sprecher für sein Projekt.
Es gibt keine guten oder schlechten Stimmen für Hörbücher. Beim Vorlesen von längeren Texten wie Büchern ist es wichtig, dass die Stimme angenehm klingt. Was als angenehm empfunden wird, ist jedoch von Mensch zu Mensch verschieden. Grundsätzlich sollten Hörbuchsprecherinnen und -sprecher über einen guten Lesefluss und ein angenehmes Sprechtempo verfügen. Ausserdem sollten sie in der Lage sein, verschiedene Stimmen und Charaktere beim Lesen zu interpretieren. Auch wenn ein Hörbuch noch kein Hörspiel ist, macht es beim Hören viel mehr Spaß, wenn sich die Typen und Charaktere voneinander unterscheiden. Verlage arbeiten in der Regel mit demselben Hörbuchsprecher oder derselben Hörbuchsprecherin, wenn es mehrere Teile eines Buches gibt. Auch das ist als Zuhörer*in angenehm, da man die Stimme sehr schnell mit einem Buch oder einer Geschichte verbindet.
Podcasts erleben seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Häufig werden sie in die Kategorie der Hörbücher und Hörspiele eingeordnet, was jedoch nicht ganz zutreffend ist. Podcasts sind – in den meisten Fällen – eher subjektiv und der Sprecher gibt einen bestimmten Blickwinkel auf ein Thema wieder. Zudem sind sie oft zwar grob strukturiert, folgen aber keinem klaren Drehbuch. Hinzu kommt, dass die Sprecher oft keine professionelle Ausbildung haben und die Sprachaufnahmen nicht unbedingt in einem Tonstudio stattfinden.
Natürlich ist dies eine sehr subjektive Aussage, trotzdem möchte ich einige Beispiele von hörenswerten Hörspielen auflisten. Es ist eine Mischung aus internationalen und Schweizer Sprechern.
- Die drei ??? – Sony Music Entertainment/Europa: Der Evergreen! Nicht nur für Kinder. Und ja, ich höre sie seit rund 25 Jahren.
- Grauen – SRF: Subtiler Grusel zum Hören. Spannende Stimmen, spannende Geschichten.
- Schreckmümpfeli – SRF: Kurze, gesprochene Happen (eben ein Mümpfeli) mit schrecklichen und übernatürlichen Geschichten.
- Fälle von Vijay Kumar – SRF: Lustig, spannend, rasant und abwechslungsreiche Schweizer Kriminalgeschichte mit passenden Stimmen.